Sandro Hersel

Der 31-jährige gelernte Steuerfachangestellte, wohnhaft in Greifswald, legte eine steile Parteikarriere hin. Wie viele seiner Mitstreiter sammelte er seine ersten Politikerfahrungen in der CDU, bevor er sie 2013 verließ, um in die neugegründete AfD einzutreten. Bereits in der Jungen Alternative gehörte er als Schatzmeister zum Landesvorstand. Nachdem er sich im Wahlkreis Mecklenburgische Seenplatte – Vorpommern-Greifswald zur Landtagswahl 2016 aufstellen ließ, holte er 25% der Erststimmen. In den Landtag gelangte er jedoch über die Landesliste. Aufsehen erregte jedoch weniger seine parlamentarische Arbeit, sondern vielmehr seine außerparlamentarischen Aktivitäten und Äußerungen. Als Burschenschafter pflegt er engen Kontakt zu den rechten Verbindungen Rugia und Markomannia. Weitere Kreise zogen darüber hinaus seine Äußerungen in den sogenannten „Arppe-Chat-Protokollen“. Im April 2015 verteidigte er dort zum Beispiel Angriffe auf Flüchtlingsheime: „Wir brauchen mal den Mut, die Meinung umzukehren. Brennende Flüchtlingsheime sind kein Akt der Aggression, sondern eine Akt der Verzweiflung gegen Beschlüsse von oben”. An anderer Stelle lässt er seinem Rassismus freien lauf: „Gestern war Willkommensfest in Greifswald, 50 Rentner, 50 Studenten, 10 Fahrradneger“.
Seine Empfehlung für die Ordnungskräfte des Saalschutzes der Afd ist: „eine Vorstrafe sollte Voraussetzung sein“, die Ordner sollten „groß, kahl und tätowiert“ sein. Anlässlich geplanter Blockaden von Gegendemonstranten zum Parteitag schreibt er: „Da werden wir uns den Weg wohl freischießen müssen“. Aber auch in Bezug auf Parteikollegen fragt er sich „Welchen Delegierten müssen wir eigentlich noch die Reifen zerstechen, damit unser LV geschlossen auf Kurs bleibt?“
Das Beispiel Hersel ist ein weiterer Beleg für die enge Verwobenheit von AfD, Junger Alternative, Identitärer Bewegung und Wutbürgertum im Nordosten der Republik. So stand er mit dem Führungskader der IB, Daniel Fiß, in Kontakt und bot bereits früh an Verbindung zu MVGIDA herzustellen. Im Dezember 2014 schrieb er dazu: „falls jemand bei ROGIDA (oder MVGIDA, hab vergessen welche Truppe) mithelfen will, kann er sich bei mir melden. Wurde gestern angesprochen und könnte nen Kontakt herstellen.“

Quellen:
blog.17vier.de/2017/09/18/afd-chats-hol…/
www.taz.de/!5441138/
www.zeit.de/politik/deutschland/2016-09…

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