“Universität Greifswald” … oder?

Die Abstimmung ist gelaufen. Der Senat der Universität Greifswald hat mit einer eindeutigen Mehrheit den Namen “Ernst Moritz Arndt” abgewählt. Nach einem über ein Jahr andauernden Prozess steht es fest, die Universität heißt “Universität Greifswald”.
Doch wie sollte es anders sein, die Gegner_innen lassen nicht locker. Immernoch hoffend, dass ihr ach so geliebter “Namenspatron” erhalten bleibt, veranstaltet die Bürgerinitiative (BI) “Ernst Moritz Arndt Bleibt” kommenden Freitag (16.02.2018) einen “Lichterzug für Arndt”.
Im Vorhinein wird sich über den “vorgegaukelten Kompromiss” beschwert und versucht mit “rechtlichen Grundlagen” den Beschluss des Senats anzufechten. Die aufgeführten rechtlichen Grundlagen stehen hier allerdings auf sehr wackeligen Beinen, so heißt es hier “Unserer Meinung nach gibt es keine Rechtsgrundlage im LHG MV”.
Das die Arndt-Befürworter ein Publikum anziehen, welches großteils aus stadtbekannten Altnazis, Mitgliedern der Identitären Bewegung, der NPD, der AFD und diverse Burschenschaftern besteht, verursacht keine Probleme. Im Gegenteil, es wird sich vereint solange es für Arndt ist.
Es scheint sogar so, dass der Startpunkt des Fackelmarsches bewusst gewählt ist, um Mitglieder der rechtsradikalen Burschenschaft Rugia direkt von Zuhause abholen zu können. Weiterlesen

Frieden für Rojava, Kobane, Afrin

Wir zitieren einen Artikel von indymedia.org

Unter dem Titel „Frieden für Rojava, Kobane, Afrin“ versammelten sich am Dienstagabend (30.01.2018) über 100 Personen auf dem Greifswalder Marktplatz. Unter den Augen von einigen Polizeibeamten und der MAEX (Mobile Aufklärung Extremismus) wurden die Auflagen verlesen. Es folgten verschiedenste, meist mehrsprachige Redebeiträge zur aktuellen Situation in den kurdischen Gebieten im Norden Syriens. Viele anwesende Kurden drückten ihre Besorgnis in Redebeiträgen und persönlichen Geschichten aus. Doch auch die Wut auf Erdogans Kriegstreiberei und die Untätigkeit der EU und USA war deutlich zu spüren. Die meist jungen Menschen schwenkten kurdische und YPG-Fahnen, während sie auf kurdisch verschiedene Sprechchöre wie „Freiheit für Afrin“ und „Erdogan raus aus Kurdistan“ riefen. Am Ende stimmten alle Beteiligten „Hoch die internationale Solidarität“ an und gegen 18:30 Uhr wurde die Veranstaltung ohne Vorkommnisse beendet. Ähnlich wie die Demonstration in Rostock am vergangenen Wochenende, setzt auch die Mahnwache heute in Greifswald ein wichtiges Zeichen der Solidarität in Richtung Kurdistan und Rojava. Während die ehemalige „Anti-IS-Koalition“ zuschaut, wie die Türkei willkürlich Krieg gegen die kurdischen Gebiete führt, ist es unsere Pflicht auf die Verbrechen aufmerksam zu machen und die kurdische Gemeinschaft zu unterstützen! Wie es ein Redebeitrag ausdrückte: „Freiheit und Demokratie waren unsere Ziele“. Nach dem IS müssen diese Ziele nun gegen Erdogan und seine islamistischen und faschistischen Verbündeten verteidigt werden!

Die Identitäre Bewegung

Die Identitäre Bewegung (IB), welche mittlerweile Bundesweit aktiv ist, trat auch in Greifswald bereits einige Male auf. Sie machen mit Aktionsformen, welche eher durch Greenpeace oder linke Gruppierungen etabliert wurden, auf sich aufmerksam und bewegen sich am Rande der Legalität. Sie bekommen durch den “Rechtsruck” innerhalb der Gesellschaft ideelle und finanzielle Rückendeckung durch AFD und Wutbürger und können sich so oftmals in einem geschütztem Rahmen zu bewegen.
Anfänglich betonte der Bundesvorstand der AFD noch “Eine Zusammenarbeit werde es nicht geben”, was unter anderem an der Beobachtung der IB durch den Verfassungsschutz liegen könnte. Insbesondere in Mecklenburg-Vorpommern findet diese Abgrenzung jedoch ausschließlich in der Öffentlichkeit und verbal statt. Weiterlesen

Debatte um Ernst Moritz Arndt

Im Frühjahr 2017 ist einiges Passiert. Aufgrund der Namensänderung der Universität in Greifswald von „Ernst-Moritz-Arndt Universität“ zu „Universität Greifswald“ bildeten sich neben zahlreichen Facebookseiten, auch diverse Bürgerinitiativen (BI).
Die wichtigsten waren die BI „Das ist unser ERNST!“ und die BI „Ernst-Moritz-Arndt Bleibt!“. Wo sich bei der BI „Ernst-Moritz-Arndt Bleibt!“ noch offiziell „von anderen Bürgerinitiativen mit nationalkonservativen Tendenzen“ [1] distanziert wurde, war bei der BI „Das ist unser ERNST!“ schnell klar, welche Meinung hier verteidigt wird. [2] Weiterlesen

Pennale Burschenschaft Ernst-Moritz-Arndt

Die “Pennale Burschenschaft – Ernst Moritz Arndt” (PB! EMA) ist eine Schülerverbindung, die sich offen als politische Verbindung versteht. Ihre Farben sind rot-weis-gelb. Auf ihrer Website schreiben sie von regelmäßigen Veranstaltungen “beim Fröhnen studentischer Sitten wie Kneipe oder Stiftungsfestkommers, abendliches Zusammensitzen oder großen Feiern, Fahrten und Partys.”. Für die Öffentlichkeit ist allerdings nur eine einzige Veranstaltung einsehbar, die am 23.01.2016 stattfand. Weiterlesen

Markomannia Aachen Greifswald

Wie auch die Rugia besitzt die Markomannia Aachen Greifswald ein Haus, was für verschiedene Veranstaltungen genutzt wird. Ihre Farben sind schwarz-gold-rot. Die Markomannia Aachen Greifswald ist laut ihrer Website eine “pro-nationale, pro-demokratische und akademische Bewegung” und spricht “von Pflege des gemeinsamen Volkstums. Sprich der gemeinsamen und anhaltenden Sprache, Kultur, Geschichte und Identität”.

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Greifswalder Burschenschaft Rugia

Die Greifswalder Burschenschaft Rugia ist in der Robert-Blum-Straße 4 angesiedelt. Ihre Farben sind rot-weiß-grün und bieten günstigen Wohnraum für ca. 10 Personen.
Die Rugia steht schon seit Jahren in der Kritik und gilt als Kaderschmiede für die rechte Szene in ganz Mecklenburg-Vorpommern. In der Vergangenheit hatte sie einige Bewohner, die in der JN (Junge Nationaldemokraten) der Jugendorganisation der NPD aktiv waren. Z.B. die Brüder Stefan und Matthias Rochow, die unzählige Presseaktionen für die vom Verfassungsschutz beobachteten “Junge Landsmannschaft Ostpreußen” durchführten.

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Stephan Reuken

Stephan Reuken ist ein junger AFD-Politiker. Mit seinen 32 Jahren (2017) ist er einer der jüngsten AFD-Politiker, die seit 2016 im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern sitzen. Reukens Politikerkarriere fing schon früh an. In seiner Schulzeit noch in der CDU angesiedelt, wechselte er 2014 zur AFD. Sein Studium absolvierte er erst in Jena, wo er der „Jenaischen Burschenschaft Germania“ beitrat. Für sein Masterstudium kam er nach Greifswald, schloss durch die AFD neue Bekanntschaften und konnte auch seine große Liebe Eike L. finden. Eike L., vorher bereits in Rostock als Neonazistin bekannt, zog nach der Trennung von ihrem damaligen Freund Thore R.T. mit Stephan Reuken zusammen nach Greifswald. Weiterlesen

Sandro Hersel

Der 31-jährige gelernte Steuerfachangestellte, wohnhaft in Greifswald, legte eine steile Parteikarriere hin. Wie viele seiner Mitstreiter sammelte er seine ersten Politikerfahrungen in der CDU, bevor er sie 2013 verließ, um in die neugegründete AfD einzutreten. Bereits in der Jungen Alternative gehörte er als Schatzmeister zum Landesvorstand. Nachdem er sich im Wahlkreis Mecklenburgische Seenplatte – Vorpommern-Greifswald zur Landtagswahl 2016 aufstellen ließ, holte er 25% der Erststimmen. In den Landtag gelangte er jedoch über die Landesliste. Aufsehen erregte jedoch weniger seine parlamentarische Arbeit, sondern vielmehr seine außerparlamentarischen Aktivitäten und Äußerungen. Weiterlesen

Nikolaus Kramer

Der frischgebackene Vorsitzende der AfD-Landtagsfraktion Mecklenburg-Vorpommern setzte sich mit seinen völkisch-nationalistischen Gesinnungsgenossen bei dem Gerangel um den Parteivorstand durch. Unbeschadet von der Arppe-Chat-Protokoll-Affäre schaffte er es sich als frisches, unverbrauchtes Gesicht zu verkaufen, welches genug Durchsetzungsvermögen für die Rolle als lokaler Parteihäuptling mitbringt. In der Öffentlichkeit stellt er sich gerne als seriösen Kümmerer dar, welcher zu aller erst um die öffentliche Sicherheit besorgt ist und nicht müde wird zu betonen, dass alle Mitglieder seines Landesverbandes natürlich auf dem Boden des Grundgesetzes stünden. Wie es allerdings um seine Liebe zur Freiheitlich Demokratischen Grundordnung bestellt ist, lässt ein Blick in seine Vergangenheit erahnen. Weiterlesen